Demons­triert lie­ber für die Öff­nung von Fitnessstudios!

Demons­triert lie­ber für die Öff­nung von Fitnessstudios!

BDS kri­ti­siert ver­ant­wor­tungs­lo­se Verschwörungstheorie-Demos

Mün­chen – Ange­sichts der aus­schwei­fen­den Demons­tra­tio­nen vom ver­gan­ge­nen Wochen­en­de zeigt sich Gabrie­le Sehorz, Prä­si­den­tin des Bund der Selb­stän­di­gen – Gewer­be­ver­band Bay­ern e.V., verärgert:

Vie­le Wochen wur­den unse­re Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer ihrer Ver­ant­wor­tung für die Gesund­heit der All­ge­mein­heit gerecht. Sie fuh­ren ihre Betrie­be zum Teil bis auf “Null” her­un­ter! Alles, um das Coro­na-Virus in Schach zu hal­ten – um die Bevöl­ke­rung zu schüt­zen. Die Aus­wir­kun­gen für vie­le sind äußerst ernst und in vie­len Bran­chen exis­tenz­be­dro­hend. Als die ers­ten Locke­run­gen ange­kün­digt wur­den war er da, der ersehn­te Sil­ber­streif am Hori­zont. Viel Geld wur­de in die Hand genom­men, um die Auf­la­gen der Hygie­nekon­zep­te umzu­set­zen und hoff­nungs­voll wur­den die Betrie­be wie­der auf­ge­schlos­sen. Lei­der gibt es immer noch viel zu vie­le Betrie­be, in denen das Licht immer noch aus ist. Den­ken wir nur an die Sport- und Fit­ness­stu­di­os. Uns kann auch nie­mand ratio­nal nach­voll­zieh­bar erklä­ren, war­um Mann­schafts­sport wie­der mög­lich ist, der Gang in eine Sport­stät­te mit Umfang­rei­chen Hygie­nekon­zept aber immer noch völ­lig per­spek­tiv­los und aus­ge­schlos­sen ist. Hier sei nach wie vor die Anste­ckungs­ge­fahr zu groß. Bei die­sen Betrie­ben ist die Geduld nun jedoch all­mäh­lich über­stra­pa­ziert. Gegen der­ar­ti­ge nicht mehr nach­voll­zieh­ba­re Dif­fe­ren­zie­run­gen bei Betriebs­schlie­ßun­gen und ‑öff­nun­gen kann man ger­ne – unter den gebo­te­nen Hygie­ne­auf­la­gen – auf die Stra­ße gehen und demons­trie­ren. Aber sol­che Groß­de­mons­tra­tio­nen, wie wir dies am Wochen­en­de in vie­len Städ­ten erle­ben muss­ten, sind gera­de­zu ein Hohn für die gebeu­tel­ten Unter­neh­mer und deren Hygienekonzepte!

Bis zu 3.000 Men­schen haben sich in Mün­chen ver­sam­melt – ohne Mas­ke, ohne Abstand! Ein Unter­neh­mer, der gegen Coro­na­maß­nah­men ver­stößt – was wir aus­drück­lich nicht gut­hei­ßen – bekommt die vol­le Här­te der Ord­nungs­be­hör­den zu spü­ren, aber bei Hun­der­ten Ver­stö­ßen auf einem öffent­li­chen Platz wären Maß­nah­men laut Pres­se­be­rich­ten „unver­hält­nis­mä­ßig“ gewe­sen? Das ist ein wei­te­rer her­ber Schlag in die geschun­de­ne Magen­gru­be unse­rer Unter­neh­men, beson­ders bei denen, die immer noch nicht wie­der star­ten dür­fen! Alle Maß­nah­men in die­ser Kri­se müs­sen den Anspruch haben, strin­gent und ver­hält­nis­mä­ßig zu sein. Das sehen wir hier nicht. Soli­da­ri­tät ist auch kei­ne Ein­bahn­stra­ße – sie muss gesamt­ge­sell­schaft­lich gelebt und ver­stan­den wer­den. Jeder Ein­zel­ne ist in der Pflicht, ver­ant­wort­lich zu handeln!

Vie­le poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen – gera­de zu Beginn der Kri­se – waren gut. Aber die der­zei­ti­gen Ent­schei­dun­gen sind oft­mals nicht mehr nach­voll­zieh­bar oder ent­zie­hen sich einer ratio­na­len Erklä­rung, was uns wie­der zu den erwähn­ten Fit­ness­stu­di­os bringt. Der Ver­stoß gegen vor­ge­ge­be­ne Beschrän­kun­gen wird zum Teil nur inkon­se­quent oder gar nicht geahn­det und die mitt­ler­wei­le völ­lig unter­schied­li­chen Maß­nah­men in den ein­zel­nen Bun­des­län­dern, sind nicht mehr mit sach­li­chen Argu­men­ten begründ­bar. Oder anders aus­ge­drückt: Gut gemeint, aber schlecht erklärt und nicht strin­gent zu Ende gedacht, ist nicht zwin­gend gut gemacht. Das muss sich jetzt wie­der drin­gend ändern. Jedem muss klar sein, einen erneu­ten Lock­down wer­den wir wirt­schaft­lich nicht verkraften.“