Meis­ter­pflicht wird wie­der eingeführt

Die Bun­des­re­gie­rung hat einen Gesetz­ent­wurf ver­ab­schie­det, der die Wie­der­ein­füh­rung der Meis­ter­pflicht für zwölf Gewer­ke regelt. Damit wird nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes wie­der ein Meis­ter­brief nötig, um sich in den ent­spre­chen­den Gewer­ken selb­stän­dig zu machen. Die Dis­kus­si­on über die Meis­ter­pflicht geht zurück auf die Novel­lie­rung der Hand­werks­ord­nung im Jahr 2003. Damals wur­de die Meis­ter­pflicht für 53 Gewer­ke abge­schafft und anders als es zu erwar­ten gewe­sen wäre nicht durch eine ande­re Zugangs­be­schrän­kung, wie bei­spiels­wei­se einen Gesel­len­brief, ersetzt. Somit konn­ten sich auch Per­so­nen in den ent­spre­chen­den Gewer­ken selb­stän­dig machen, die kei­ne ent­spre­chen­de Berufs­aus­bil­dung absol­viert hatten.

Die jet­zi­ge Wie­der­ein­füh­rung der Meis­ter­pflicht geht vor allem auf die gesun­ke­nen Aus­bil­dungs­zah­len in den ent­spre­chen­den Hand­werks­be­ru­fen zurück. Außer­dem spie­len die Gefah­ren­ge­neigt­heit und der Schutz von Leben und Gesund­heit eine wich­ti­ge Rol­le. Die Bun­des­re­gie­rung betont auch, dass die Wah­rung des mate­ri­el­len und imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes eine Regle­men­tie­rung rechtfertigt.

Die Meis­ter­pflicht wird in fol­gen­den Beru­fen wie­der ein­ge­führt: Fliesen‑, Plat­ten- und Mosa­ik­le­ger, Beton­stein- und Ter­raz­z­o­her­stel­ler, Est­ri­ch­le­ger, Behäl­ter- und Appa­ra­te­bau­er, Par­kett­le­ger, Roll­la­den- und Son­nen­schutz­tech­ni­ker, Drechs­ler und Holz­spiel­zeug­ma­cher, Bött­cher, Raum­aus­stat­ter, Glas­ver­ed­ler, Orgel- und Har­mo­ni­um­bau­er und Schil­der- und Lichtreklamehersteller.

Für bestehen­de Betrie­be in die­sen Hand­werks­be­ru­fen, die kei­nen Meis­ter­ti­tel nach­wei­sen kön­nen, gilt ein Bestands­schutz. Das Gesetz muss noch im Bun­des­tag bera­ten und ver­ab­schie­det werden.