Mimik in der Bera­tung nicht ausblenden!

Mimik in der Bera­tung nicht ausblenden! 

BDS for­dert Umden­ken bei Mas­ken­pflicht für Verkaufspersonal

Mün­chen – „Mimik ist gera­de bei Bera­tun­gen, wie etwa in der Apo­the­ke, ein wich­ti­ger Fak­tor, der nicht aus­ge­blen­det wer­den darf. Wir müs­sen bei der Mas­ken­pflicht drin­gend zwi­schen Kun­den und Ver­kaufs­per­so­nal unter­schei­den. Wenn ein Unter­neh­men Sicher­heits­vor­keh­run­gen mit Ple­xi­glas­schei­ben oder durch­sich­ti­gen Gesichts­vi­sie­re getrof­fen hat, müs­sen die Mit­ar­bei­ter von der Mas­ken­pflicht befreit wer­den“, so die Prä­si­den­tin des Bund der Selb­stän­di­gen – Gewer­be­ver­band Bay­ern e.V., Gabrie­le Sehorz.

Seit 27. April 2020 gilt im Frei­staat Bay­ern die Mas­ken­pflicht. Eine Maß­nah­me, die dazu geführt hat, dass wir wei­te Tei­le des Ein­zel­han­dels wie­der öff­nen konn­ten. Aus die­sem Grund unter­stüt­zen wir die­se Ent­wick­lung grund­sätz­lich. Nach der ers­ten Woche soll­te man aber eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Kun­den und Per­so­nal vornehmen.

Die­se Unter­schei­dung lässt sich auch an der der blo­ßen Tra­ge­dau­er aus­ma­chen: „Wäh­rend Kun­den die­se in der Regel ledig­lich für die Dau­er des Ein­kau­fes tra­gen, müs­sen unse­re Mit­ar­bei­ter die­se über vie­le Stun­den am Stück durch­ge­hend tra­gen“, so Sehorz. Man­che Aus­füh­run­gen der Mund­schutz­mas­ken dür­fen gar nicht über einen län­ge­ren Zeit­raum als zwei Stun­den am Stück getra­gen wer­den, nach die­sen zwei Stun­den muss eine Pau­se für den Mit­ar­bei­ter fol­gen. „Das dau­er­haf­te Tra­gen ist dem Per­so­nal oft­mals nicht zumut­bar!“, so die BDS Prä­si­den­tin. Die Bedro­hung durch das Coro­na-Virus ist zwar ernst, aus die­sem Grund haben die Unter­neh­men bereits seit Wochen wir­kungs­vol­le Schutz­maß­nah­men wie etwa Ple­xi­glas­schei­ben getrof­fen. Aber „Beson­ders der Ein­satz von Gesichts­vi­sie­ren hat sich in Apo­the­ken, Metz­ge­rei­en und ande­ren Laden­ge­schäf­ten bewährt und deren Ein­satz soll­te daher auch für Ver­kaufs­per­so­nal im Ein­zel­han­del als aus­rei­chen­de Schutz­maß­nah­me gel­ten“, so Sehorz. Hier­mit sei man auch zusätz­lich vor Falsch­be­ra­tun­gen, eben auch bei der Dos­sie­rungs­er­klä­rung von Medi­ka­men­ten, geschützt. Dazu Sehorz: „Neben der Akus­tik ist auch die Mimik in der Kom­mu­ni­ka­ti­on ein wich­ti­ger Fak­tor, der für das feh­ler­freie Ver­ste­hen des Gesag­ten enor­me Bedeu­tung hat. Des­halb sind die Gesichts­vi­sie­re für das Ver­kaufs­per­so­nal eine ech­te Alter­na­ti­ve, die wir erlau­ben müs­sen.“ Die ver­ba­le und mimi­sche Ver­stän­di­gung lei­den erheb­lich, wenn zusätz­lich zu den Sicher­heits­trenn­wän­den, das Per­so­nal auch noch Mas­ken tra­gen muss.

Einen wei­te­ren Aspekt möch­te Sehorz zu beden­ken geben: „Es gibt Men­schen, die auf­grund von Vor­er­kran­kun­gen eine sol­che Mas­ke aus­drück­lich aus medi­zi­ni­schen Grün­den nicht tra­gen dür­fen. Auch für die­sen Teil der Gesell­schaft brau­chen wir eine ange­mes­se­ne Ant­wort dahin­ge­hend wie wir einer­seits als Arbeit­ge­ber mit sol­chen Mit­ar­bei­tern und ande­rer­seits als Ver­käu­fer oder Kun­de mit einem sol­chen Kunden/Menschen umge­hen sol­len. Für uns steht fest, hier darf es zu kei­ner Stig­ma­ti­sie­rung und Denun­zie­rung kommen!“