Mit­tel­stand for­dert Neu­aus­rich­tung der Energiepolitik.

Der BDS Deutsch­land for­dert gemein­sam mit dem Ger­man Mit­tel­stand, dem mib Mit­tel­stand in Bay­ern und vie­len wei­te­ren Ver­tre­tern des Mit­tel­stands eine ener­gie­po­li­ti­sche Offen­si­ve der Bun­des­re­gie­rung zur Siche­rung des Stand­orts Deutschland.

Die dras­tisch stei­gen­den Ener­gie­kos­ten belas­ten nicht nur pri­va­te Haus­hal­te dra­ma­tisch, son­dern gefähr­den auch deren Arbeits­plät­ze in der Wirt­schaft. Nach unse­rer Umfra­ge sind die Betrie­be sehr von der Preis­stei­ge­rung betrof­fen und kön­nen die­se auch nicht kom­pen­sie­ren. Etli­che Pro­duk­ti­ons­be­trie­be den­ken bereits inten­siv über Abwan­de­rung ins Aus­land nach, wo Strom teil­wei­se deut­lich güns­ti­ger ist als in Deutsch­land”, stellt Lilia­na Gat­te­rer, Prä­si­den­tin des Bund der Selb­stän­di­gen Deutsch­land e.V. fest.

Wir brau­chen drin­gend eine Neu­aus­rich­tung der Ener­gie­po­li­tik zur Siche­rung des Stand­orts Deutsch­land.”, ergänzt Andre­as Keck, Prä­si­dent des Ger­man Mit­tel­stand e.V. “In Zei­ten wie die­sen müs­sen alle Optio­nen auf den Tisch. Stei­gen­de Nach­fra­ge, u.a. durch die Ver­kehrs­wen­de, hin zu mehr Elek­tro­mo­bi­li­tät, kom­bi­niert mit einem sin­ken­den Ange­bot durch z. B. die Abschal­tung unse­rer Atom­kraft­wer­ke, stel­len eine Her­aus­for­de­rung dar. Dazu kommt aber noch die Kri­se mit Russ­land, einem der Haupt­lie­fe­ran­ten von Gas für unse­re Gas­kraft­wer­ke. Hier sehen wir mas­si­ve Preis­stei­ge­run­gen für Gas und Erdöl.

Ingolf F. Brau­ner, Prä­si­dent von mib – Mit­tel­stand in Bay­ern e.V. ergänzt: “Vie­le mit­tel­stän­di­sche Betrie­be äch­zen jetzt schon gewal­tig unter Lie­fer­ket­ten-Pro­ble­men, dem Fach­kräf­te­man­gel und dem Preis­an­stieg bei Roh­stof­fen und Ener­gie. Das aus­schließ­lich auf Kli­ma­schutz aus­ge­rich­tet Ener­gie­kon­zept der Bun­des­re­gie­rung ist in der aktu­ell auf­ge­heiz­ten Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on pures Gift für den Mit­tel­stand. Wenn wir ohne funk­tio­nie­ren­de Alter­na­ti­ven Öl‑, Kohle‑, Gas‑, Atom­ener­gie abschal­ten, zwingt der Kos­ten­druck die Betrie­be ins Aus­land. Das kos­tet Arbeits­plät­ze, Wohl­stand und gefähr­det die Staats­fi­nan­zie­rung. Wer das nicht erkennt, rui­niert Deutschland!”

Für die Ver­bands­ver­tre­ter ist der Aus­stieg aus der Atom­kraft stra­te­gisch rich­tig, das jetzt und so schnell zu tun aber tak­tisch falsch. Klug wäre es, das Zug um Zug umzu­set­zen, Kapa­zi­tä­ten im Bereich Erneu­er­ba­re Ener­gien auf­bau­en und dann erst ent­spre­chend Atom­kraft­wer­ke vom Netz zu neh­men. Dabei muss aber auch der wach­sen­de Bedarf, z.B. für Elek­tro­mo­bi­li­tät berück­sich­tigt werden.

Vor die­sem Hin­ter­grund for­dern die unter­zeich­nen­den Ver­bän­de die Bun­des­re­gie­rung auf, die aktu­el­le Ener­gie­po­li­tik auf den Prüf­stein zu stel­len. Kurz­fris­tig kön­nen die Prei­se über die Fest­set­zung von Steu­ern gesenkt wer­den, die ja rund die Hälf­te der aktu­el­len Markt­prei­se aus­ma­chen. Ein Mora­to­ri­um, also ein Aus­set­zen der Abschal­tung oder auch eine Wie­der­in­be­trieb­nah­me unse­rer Atom­kraft­wer­ke soll­te schnell über­prüft wer­den. Wir brau­chen eine rea­lis­ti­sche Stra­te­gie für unse­re Ener­gie­po­li­tik, die fol­gen­de Rah­men­be­din­gun­gen berücksichtigt:

1) Deut­lich stei­gen­der Ener­gie­be­darf
2) Kli­ma, CO2-Bilanz
3) Geo-poli­ti­sche Aspek­te wie Ver­sor­gungs­si­cher­heit und Unab­hän­gig­keit
4) Inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit der deut­schen Wirt­schaft
5) Stand­ort­qua­li­tät bzw. Kos­ten für Privathaushalte

Nach der ver­murks­ten Ener­gie­wen­de der Mer­kel-Ära ist es über­fäl­lig, dass Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Poli­tik an einen Tisch kom­men und unter den o.g. Rah­men­be­din­gun­gen schnells­tens ein zukunfts­ge­rich­te­tes aber auch heu­te schon mach­ba­res neu­es Ener­gie­kon­zept ent­wi­ckeln und als gemein­sa­me Leit­li­nie ver­an­kern. Jeg­li­che Ideo­lo­gie ist hier fehl am Platz. Die Ener­gie­ver­sor­gung muss sich nach den Fak­ten rich­ten und an den künf­ti­gen Bedürf­nis­sen der Bevöl­ke­rung und des Wirt­schafts­stand­orts Deutsch­land eben­so bemes­sen wer­den, wie an den Erfor­der­nis­sen des Klimaschutzes.

Die uns ange­schlos­se­nen Wirt­schafts­ver­bän­de sind nicht in der Geg­ner­schaft zur Ener­gie­wen­de, weil es dar­um gehen muss, preis­wer­te und nach­hal­ti­ge Ener­gie zu erzeu­gen, aber es sind unver­züg­lich drei Schrit­te erfor­der­lich: Beschleu­ni­gung des Aus­bau­es der erneu­er­ba­ren Ener­gien, ein­schließ­lich des drin­gen­den Abbaus aller Hin­der­nis­se, zwei­tens Rege­lun­gen zur Bezahl­bar­keit von Ener­gie in der Über­gangs­pha­se und drit­tens Siche­rung eines sta­bi­len Ver­sor­gungs­ni­veaus als Vor­aus­set­zung für erfolg­rei­ches Wirtschaften.

Bund der Selb­stän­di­gen Deutsch­land e.V. und sei­ne ange­schlos­se­nen Verbände

        

 

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