Ver­bands­ta­gung des Bund der Selb­stän­di­gen unter dem Mot­to: Einig­keit und Recht und Freiheit

Ver­bands­ta­gung des Bund der Selb­stän­di­gen unter dem Mot­to: Einig­keit und Recht und Freiheit

BDS Prä­si­den­tin Sehorz und Fest­red­ner Mar­tin Hagen (FDP) beto­nen den Wert der Eigenverantwortung

Nürn­berg – End­lich konn­te wie­der eine Gene­ral­ver­samm­lung in Prä­senz statt­fin­den. Zwar noch unter Ein­schrän­kung der 3G-Regel, aber end­lich wie­der vor Ort. Nürn­berg war ein wür­di­ger Tagungs­ort für die annä­hernd 100 Gäs­te, die der Bund der Selb­stän­di­gen zur zwei­tä­gi­gen Ver­bands­ta­gung begrü­ßen konn­te. Die Ein­la­dung erfolg­te unter dem Mot­to: „Einig­keit und Recht und Frei­heit“. Ein sehr tref­fen­der Titel nach über 18 Mona­ten Pan­de­mie­po­li­tik. Neben den Geschäfts­be­rich­ten und Nach­wah­len im Prä­si­di­um stan­den die Reden der BDS Prä­si­den­tin Gabrie­le Sehorz und des Fest­red­ners Mar­tin Hagen, MdL (FDP) auf dem Pro­gramm. Der Ver­band ist froh, den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der FDP im Baye­ri­schen Land­tag als Red­ner gewon­nen zu haben.

In einer hoch­emo­tio­na­len Rede ließ BDS Prä­si­den­tin Gabrie­le Sehorz die Zuhö­rer an ihren Ein­drü­cken zu den bei­den ver­gan­ge­nen Jah­ren teil­ha­ben. „Einig­keit und Recht und Frei­heit sind des Glü­ckes Unter­pfand“, heißt es in unse­rer Natio­nal­hym­ne. Auf die­se Grund­wer­te fühlt sich unser Staat ver­pflich­tet. Lei­der haben die­se Grund­wer­te in den letz­ten bei­den Jah­ren Scha­den genom­men“, so Sehorz. Im Ver­band herrsch­te wei­test­ge­hend die­se Einig­keit. Auch wenn in der Sache manch­mal schwer gekämpft und um die rich­ti­ge Lösung gerun­gen wur­de, so war die Einig­keit im Ver­band ein ech­ter Erfolgs­fak­tor. Ehren­amt und Haupt­amt arbei­te­ten Hand in Hand. Die­se erfolg­rei­che Arbeit zeigt sich auch dadurch, dass sowohl der Baye­ri­sche Lan­des­ver­band der Markt­kauf­leu­te und der Schau­stel­ler, der Deut­sche Ver­band für Podo­lo­gie, sowie der Bun­des­ver­band VDB-Phy­sio­the­ra­pie­ver­band e.V. die Nähe des BDS gesucht haben und sich regel­mä­ßig mit dem Bund der Selb­stän­di­gen aus­tau­schen. Der BDS wird wie­der als ech­te Grö­ße in der Ver­bän­de­land­schaft wahr­ge­nom­men. Eine wei­te­re Bestä­ti­gung die­ser Arbeit ist, dass Gabrie­le Sehorz zum ordent­li­chen Mit­glied der Vor­stand­schaft der Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft gewählt wurde.

Die Prä­si­den­tin berich­te­te über Mit­tei­lun­gen von Mit­glie­dern, dass wir den Poli­ti­kern jetzt lan­ge genug „den Aller­wer­tes­ten gepu­dert hät­ten“. „Wir soll­ten eine här­te­re Gang­art ein­le­gen. Mal ganz sach­lich betrach­tet, wäre das wirk­lich gut gewe­sen, gera­de vor der Bun­des­tags­wahl in aller Öffent­lich­keit Poli­ti­ker­schel­ten zu ver­tei­len? Das Recht dazu hät­ten wir gehabt. Grün­de auch. Aber wir hät­ten damit vie­le unse­rer poli­ti­schen Kon­tak­te ver­lo­ren – nur weni­ge hät­ten sich noch ger­ne mit uns an einen Tisch gesetzt. Aber genau das brau­chen wir – auch über die Pan­de­mie hin­aus. Und so habe ich das neue For­mat „Früh­stück beim BDS“ ein­ge­führt. Wir tref­fen Poli­ti­ker hin­ter ver­schlos­se­nen Türen, am Vor­mit­tag zu sehr offe­nen, ehr­li­chen und ver­trau­li­chen Gesprä­chen im Ver­band­s­haus. In dem geschütz­ten Raum for­mu­lie­ren wir unse­re Wün­sche und For­de­run­gen schon sehr deut­lich und auch mal scharf. Dank die­ser Form des Aus­tau­sches sind unse­re Gäs­te ger­ne unse­re Bot­schaf­ter und tra­gen unse­re Wor­te nach Mün­chen und Ber­lin und sie kom­men auch ger­ne ein wei­te­res Mal zu uns – Popu­lis­mus macht Luft und sorgt für ein kur­zes, aber hef­ti­ges Auf­se­hen, ja – aber unser fai­rer Umgang mit den Poli­ti­kern ist nach­hal­tig und wird uns deut­lich wei­ter nach vor­ne brin­gen,“ zeig­te sich die Prä­si­den­tin über­zeugt. Sie ver­sprach außer­dem, dass der BDS nicht hand­zahm wer­den wird, son­dern sei­ne Arbeit wei­ter ziel­ge­rich­tet vorantreibt.

Beson­ders beton­te die Prä­si­den­tin die Frei­heit der Unter­neh­mer. Als Ein­schrän­kung die­ser bezeich­ne­te sie die immer stär­ke­ren Ein­grif­fe von Sei­ten des Staa­tes in die Betrie­be. Auch die Berufs­ein­schrän­kun­gen in der Pan­de­mie waren und sind zusätz­li­che Belas­tun­gen. Zu mas­si­ven Frei­heits­ein­schrän­kun­gen füh­ren aber auch die vie­len Män­gel, die sich die letz­ten Jah­re ange­häuft haben: der Mit­ar­bei­ter- und Fach­kräf­te­man­gel, Mate­ri­al­man­gel im Bau­ge­wer­be, Chip­man­gel in der Auto­in­dus­trie, Man­gel an Digi­ta­li­sie­rung, Man­gel an Exis­tenz­grün­dern, Man­gel an Unter­neh­mens­nach­fol­gern, Man­gel an Wohn­raum, Man­gel im Gesund­heits­we­sen, Man­gel an Pla­nungs­si­cher­heit. Durch all die­se Män­gel geht der Unter­neh­mer­geist in der Bevöl­ke­rung zuneh­mend verloren.

Daher kon­sta­tier­te Sehorz: „Wir müs­sen uns ret­ten – und zu die­sem Uns gehört so viel mehr. Selbst­ver­ständ­lich das Kli­ma – aber eben auch unser Gesund­heits­we­sen, die Bil­dung, die Digi­ta­li­sie­rung und der Aus­bau der Infra­struk­tur, die Schaf­fung von Wohn­raum, The­ma Alters­vor­sor­ge mit ange­mes­se­nen Ren­ten, siche­re Arbeits­plät­ze, aus­rei­chend und bezahl­ba­re Ener­gie – und natür­lich ganz wich­tig: Freu­de am Leben – all das sind wir, das sind die Zukunfts­the­men, die wir für uns und unse­re Kin­der ange­hen müs­sen bzw. schon längst hät­ten ange­hen müssen.“

Die Prä­si­den­ten schloss ihre Rede mit einem Appell: „Einig­keit ist schnells­tens wie­der in unse­rem Land her­zu­stel­len! Rechts­si­cher­heit wie­der her­stel­len – gel­ten­de Geset­ze müs­sen wie­der von Bestand sein, jeg­li­che Macht­gier von Poli­ti­kern muss schon im Ansatz erstickt wer­den, die Demo­kra­tie ist mit allen Kräf­ten zu schüt­zen! Ins Haus­auf­ga­ben­heft der neu­en Regie­rung schrei­be ich außer­dem: Frei­heit; die Ver­set­zung ist stark gefähr­det. Das Ver­trau­en in Unter­neh­mer ist wie­der­auf­zu­bau­en. Not­wen­di­ge wirt­schaft­li­che Frei­hei­ten sind zu gewähr­leis­ten, um mit den Unter­neh­mern Hand in Hand die anste­hen­den Auf­ga­ben anzu­ge­hen. In das Feld Bemer­kung tra­ge ich ein: Wir emp­feh­len der neu­en Regie­rung vor­sorg­lich drin­gend, Nach­hil­fe­stun­den in den Berei­chen Einig­keit und Recht und Frei­heit zu neh­men! Die in den Grund­ge­set­zen ver­an­ker­ten Wer­te sind ver­pflich­tend ein­zu­hal­ten, sonst ist die Ver­set­zung in die nächs­te Legis­la­tur stark gefähr­det. „Ein jeder von uns trägt mit sei­nem eige­nen Ver­hal­ten dazu bei, dass in unse­rem Land Einig­keit, Recht und Frei­heit herr­schen. Das Glück liegt in unser aller Hän­de und das schrei­be ich uns allen ins Haus­auf­ga­ben­heft.“ Das Publi­kum quit­tier­te die Rede mit ste­hen­den Ovationen.

Bereits vor den kla­ren Wor­ten der Prä­si­den­tin Sehorz hielt der Fest­red­ner der Gene­ral­ver­samm­lung Mar­tin Hagen sei­ne Anspra­che: „Selb­stän­dig­keit bedeu­tet Frei­heit – mit allen Chan­cen und Risi­ken.“ Das Leit­bild der Bund der Selb­stän­di­gen bezeich­ne­te Mar­tin Hagen als „libe­ra­les Glau­bens­be­kennt­nis“ und unter­strich die Über­ein­stim­mun­gen mit den Grund­prin­zi­pi­en der frei­en demo­kra­ti­schen Par­tei. Selb­stän­di­ges Den­ken sei das höchs­te Gut des Men­schen. Dies sei aber nicht kon­sens- oder mehr­heits­fä­hig in einem Land, in dem vie­le das Risi­ko scheu­en und der Frei­heit miss­trau­en. Gleich­zei­tig erleb­ten Selb­stän­di­ge aber Miss­gunst, wenn sie erfolg­reich sind. Der FDP Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de im Baye­ri­schen Land­tag beton­te, dass eine neue Bun­des­re­gie­rung auch die Hal­tung der Bevöl­ke­rung ver­än­dern müs­se. Es brau­che mehr „Grün­der­geist für die Gesell­schaft“. Auch ver­mis­se er Aner­ken­nung für Selb­stän­di­ge und Arbeit­ge­ber, die das Risi­ko auf sich neh­men und dadurch für Arbeits­plät­ze und Wohl­stand sor­gen. Hagen bekräf­tig­te außer­dem die gute Zusam­men­ar­beit zwi­schen FDP und BDS in den Zei­ten des Lock­downs. Gemein­sam tritt man für eine Per­spek­ti­ve aus dem Lock­down ein, obwohl dass zu die­ser Zeit nicht Mehr­heits­mei­nung war. Die gro­ße Her­aus­for­de­rung des Kli­ma­wan­dels hin­ge­gen dür­fe nicht mit Lösun­gen aus der Pan­de­mie behan­delt wer­den. „Die Blau­pau­se für den Kli­ma­schutz ist die Sozia­le Markt­wirt­schaft, nicht etwa die Lock­down­po­li­tik,“ zeig­te sich Hagen über­zeugt.  „Einig­keit, Recht und Frei­heit haben in der Kri­se Scha­den genom­men,“ waren sich Sehorz und Hagen einig. Als Dank für die gute Zusam­men­ar­beit erhielt Hagen die Blaue Nadel des Bund der Selbständigen.

Im for­mel­len Teil der Gene­ral­ver­samm­lung stan­den der Bericht des Haupt­ge­schäfts­füh­rers Micha­el Fors­ter, sowie der Kas­sen­be­richt auf der Tages­ord­nung. Rück­trit­te im Prä­si­di­um mach­ten noch Wah­len erfor­der­lich. Die Nach­wah­len im Prä­si­di­um waren not­wen­dig, da Flo­ri­an Lemm­rich nicht mehr selb­stän­dig tätig ist, Micha­el Laub zum Bezirks­vor­sit­zen­den von Mün­chen gewählt wur­de und Jörg Simm sich mehr sei­ner Fami­lie und sei­nem Beruf wid­men möch­te. Als ihre Nach­fol­ger wur­den jeweils ein­stim­mig Wer­ner Furt­ner, Ernst Gistl und Micha­el Greß gewählt.